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Lagerreichweite ist eine der zentralen Kennzahlen für das Bestandsmanagement und die Optimierung der Lagerprozesse. Sie steht im direkten Zusammenhang mit der Lieferfähigkeit, Liquidität und den Lagerkosten, weshalb ihre Berechnung und Optimierung für Unternehmen jeder Größe von entscheidender Bedeutung ist.

Dieser Ratgeber bietet einen Rundumblick auf das Thema – von der Definition und den Formeln über konkrete Beispiele bis hin zur automatisierten Berechnung mit Timly. Zudem geben wir Tipps für die ideale Bestandsstrategie. Erst durch den richtigen Einsatz der Lagerbestandsreichweite kann ein Unternehmen die Versorgung seiner Kunden und den eigenen finanziellen Spielraum nachhaltig absichern und verbessern.

Lagerreichweite: eine Definition

Lagerreichweite Formel

Die Lagerreichweite beschreibt, wie lange ein Lagerbestand beim aktuellen durchschnittlichen Verbrauch ausreicht. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen im Bestandsmanagement und wird oft in Tagen angegeben. Bedeutend ist die Reichweite des Lagerbestands vor allem in der Nachschubplanung, aber auch als Frühwarnsystem für Engpässe.

Unterschied und Abgrenzung zu anderen Kennzahlen

Bei der Lagerverwaltung spielen unterschiedliche Kennzahlen eine Rolle. Für das Verständnis ist eine kurze Abgrenzung hilfreich:

  • Umschlagshäufigkeit: Beschreibt, in welchem Zeitraum der gesamte Lagerbestand umgesetzt wird. Die Kennzahl ist ein Indikator zur Beurteilung, ob eine Überbevorratung erfolgt, die beispielsweise unnötige Lagerkosten verursacht.
  • Meldebestand: Dies ist die Bestandsgrenze, bei deren Erreichen Nachschub bestellt werden sollte. Sie errechnet sich aus dem Verbrauch in Tagen und der Bestelldauer für Nachschub.
  • Sicherheitsbestand/Mindestbestand: Ist die Menge an Artikeln, die zusätzlich zum Meldebestand als Reserve für unvorhergesehene Ereignisse wie Lieferverzögerungen vorgehalten wird.

Bedeutung der Lagerreichweite

Wie bereits beschrieben, gibt die Lagerbestandsreichweite an, für wie viele Tage, Wochen oder Monate der aktuelle Lagerbestand bei gleichbleibendem Verbrauch ausreichen würde. Sie ist damit essenziell für die Bestandsplanung und die Nachschubsteuerung. Ein optimales Bestandsmanagement sorgt für die richtige Balance zwischen minimalem Lagerbestand (zur Reduzierung von Kapitalbindung und Lagerkosten) und maximaler Lieferfähigkeit (zur Vermeidung von Engpässen und Ausfällen).

Wichtige Vorteile der Lagerreichweiten-Analyse

Die Reichweite des Lagerbestands sorgfältig zu analysieren und permanent im Fokus zu behalten, bringt wichtige Vorteile. So ist die Lieferfähigkeit bzw. der Nachschub in Produktion oder Dienstleistung kontinuierlich sichergestellt. Dennoch ist es so möglich, Überbestände im Lager zu vermeiden, wodurch unnötige Kosten und Risiken, wie etwa Überlagerung oder Beschädigung, verursacht werden.

Auch die Liquiditätsplanung wird auf diese Weise unterstützt. Kapital ist nicht unnötig gebunden, dennoch ist absehbar, wann Kosten durch notwendige Bestellungen entstehen. Daher ist die optimale Lagerreichweite ein wichtiger Baustein für Optimierung des gesamten Bestandsmanagements.

Formel zur Berechnung der Lagerreichweite

Die einfache Standardformel der Lagerreichweite (LR) lautet:

LR (Tage) = Lagerbestand / durchschnittlicher Verbrauch pro Tag

Es wird also lediglich der aktuelle oder angestrebte Lagerbestand durch die durchschnittliche Verbrauchsmenge eines Tages geteilt.

Beispielrechnung:

Zur Veranschaulichung wird angenommen, ein Unternehmen hat einen Lagerbestand von 1.200 Stück und einen täglichen Verbrauch von 80 Stück:

LR = 1.200 / 80 = 15 Tage

Hier zeigt die Formel, dass der Vorrat für 15 Tage ausreicht, bevor neue Ware benötigt wird.

Werden pro Tag nur geringe Stückzahlen eines Artikels umgesetzt, bietet sich eine alternative Berechnung in Bezug auf den wöchentlichen oder monatlichen Verbrauch an.

Dann gilt:

  • Wochenreichweite: Lagerbestand / täglicher Verbrauch × 7
  • Monatsreichweite: Lagerbestand / täglicher Verbrauch × 30

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Berechnung

Für die Berechnung müssen die notwendigen Werte der Variablen festgestellt werden. Dies erfolgt in vier Schritten.

  • Schritt 1 – Lagerbestand ermitteln: Hierfür wird die aktuelle Bestandsmenge erhoben.
  • Schritt 2 – Durchschnittlichen Verbrauch bestimmen: Es werden historische Verbrauchsdaten analysiert, um einen möglichst genauen Wert für den Verbrauch im betrachteten Zeitraum zu erhalten.
  • Schritt 3 – Berechnungsformel anwenden: Dafür werden die Ergebnisse aus den beiden vorherigen Schritten verwendet und der Lagerbestand durch den Verbrauch pro Tag geteilt.
  • Schritt 4 – Interpretation: Anhand des Wertes wird die vorhandene Reichweite analysiert. Daran anschließend lassen sich der Meldebestand festlegen und Verifizierungen vornehmen, ob der festgestellte Wert optimal ist.

Durchschnittliche Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite beschreibt den Mittelwert über einen bestimmten Zeitraum (z. B. Jahr, Quartal) und gibt wichtige Hinweise auf die Versorgungssicherheit und das Konsumverhalten. Sie ist oft Grundlage für die langfristige Planung sowie Optimierung der Beschaffungszyklen.

Praxistipps für die durchschnittliche Lagerreichweite

Die Lagerbestandsreichweite kann ein wichtiger Faktor zur Lageroptimierung sein. Beachten Sie auch unsere Praxistipps rund um die Berechnung der Lagerreichweite.

  • Vergleichen Sie über längere Zeiträume hinweg, um zum Beispiel saisonale Schwankungen zu identifizieren
  • Nutzen Sie Durchschnittswerte aus Jahres- oder Quartalsanalysen
  • Setzen Sie die Ergebnisse für strategische Entscheidungen wie Lagerverkleinerungen oder Bedarfsanpassungen ein

Optimale Lagerreichweite

Durchschnittliche Lagerreichweite

Eine zu hohe oder niedrige Lagerbestandsreichweite ist aus verschiedenen Gründen nicht optimal. Hohe Stückzahlen im Lager verbrauchen Stellfläche, die bezahlt und ggf. klimatisiert werden muss. Kapital ist unnötig gebunden und Artikel können überlagert werden. Fehlen hingegen Produkte, ist die Lieferfähigkeit beeinträchtigt.

Die optimale Lagerreichweite hängt von verschiedenen Faktoren ab. So ist es wichtig, wie sich die Lieferzeiten gestalten. Sind diese schwer kalkulierbar, ist ein höherer Sicherheitsbestand notwendig. Weiterhin sollte beachtet werden, wie oft Bestellungen ausgelöst werden können, ohne beispielsweise unnötige Lieferkosten zu verursachen. Relevant kann auch die Entwicklung der Nachfrage sein. Hier sind unter Umständen Prognosen wichtig, wie sich der Bedarf entwickeln könnte.

Letztlich gibt es auch Unterschiede in verschiedenen Branchen. So sind im Einzelhandel geringe Reichweiten und hohe Umschlagsgeschwindigkeiten üblich. In der Industrie dagegen wird häufig eine längere Reichweite mit größeren Sicherheiten gewählt.

Lagerreichweite im Zusammenhang mit anderen Kennzahlen

Die Lagerbestandsreichweite ist eng verbunden mit Kennzahlen wie Meldebestand, Sicherheitsbestand, Umschlagshäufigkeit und dem durchschnittlichen Lagerbestand. Daher haben wir nochmal nachfolgende Übersicht für Sie zusammengestellt:

Kennzahl Bedeutung
Lagerbestandsreichweite Zeitraum, bis der vorhandene Vorrat aufgebraucht ist
Meldebestand Schwellenwert, ab dem eine Nachbestellung ausgelöst wird
Sicherheitsbestand Reservebestand zur Absicherung gegen Risiken und Lieferengpässe
Umschlagshäufigkeit Anzahl der Lagerumschläge innerhalb einer definierten Zeitperiode
Durchschnittlicher Lagerbestand Mittelwert des Lagerbestandes über eine bestimmte Periode

Lagerreichweite automatisiert berechnen mit Timly

Die Qualität der Berechnung hängt maßgeblich von den zur Verfügung stehenden Informationen ab. Die manuelle Berechnung der Lagerreichweite sowie das Zusammentragen von Werten aus Excel-Listen sind fehleranfällig und zeitaufwendig.

Die ganzheitliche Inventarverwaltung von Timly bietet hier eine intelligente, cloudbasierte Lösung, die Bestände und Verbrauchsdaten kontinuierlich überwacht und eine automatische Berechnung der Lagerkapazitäten ermöglicht.

Zu den Features gehören:

  • Echtzeitüberwachung der Lagerbestände
  • Automatische Berechnung aller Lagerkennzahlen, inkl. Lagerbestandsreichweite, Meldebestand und Sicherheitsbestand
  • Prognosen auf Basis tatsächlicher Verbrauchsdaten
  • Benachrichtigungen bei Erreichen kritischer Bestandsgrenzen
  • Individuelle Einstellungen für unterschiedliche Artikel und Warengruppen
  • Smarte Dashboards mit allen relevanten Lagerdaten und Kennzahlen

Vorteile von Timly:

Mit Timly greifen Sie stets auf Echtzeitdaten Ihres Bestandes zu. Integrierte Funktionen sorgen für eine fehlerfreie, aktuelle Berechnung sowie Visualisierung. Durch die Automatisierung sparen sie wertvolle Arbeits- und Reaktionszeit. Timly bietet optimale Transparenz und ermöglicht so eine schnelle Reaktion auf Bestandsveränderungen. Dadurch lassen sich kurzfristig die Disposition optimieren und Lagerkosten reduzieren.

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Fazit: Lagerreichweite bleibt unverzichtbar für jedes Bestandsmanagement

Die Lagerreichweite ist unverzichtbar für jedes professionelle Bestandsmanagement. Wer sie regelmäßig und korrekt bestimmt, sichert die Lieferfähigkeit, reduziert Kosten und erhöht seine Liquidität. Mit modernen Tools wie Timly lassen sich alle Prozesse rund um die Lagerbestandsreichweite automatisieren, auswerten und für die strategische Unternehmensentwicklung nutzen. Die Kombination aus fundierter Berechnung, individueller Anpassung und smarter Digitalisierung bildet das Fundament für optimale Ergebnisse im Bestandsmanagement.

FAQs: Häufig gestellte Fragen zur Lagerreichweite

Die klassische Formel zur Berechnung der Lagerreichweite lautet: Lagerreichweite = Lagerbestand / durchschnittlicher Verbrauch pro Zeitraum.

Die Lagerreichweite ist eine Kennzahl, die angibt, wie lange die interne Versorgungssicherheit eines bestimmten Artikels durch vorhandene Bestände innerhalb eines definierten Zeitraums gewährleistet ist. Sie zeigt auf, für welchen Zeitraum der aktuelle Lagerbestand ausreicht, um bestehende Aufträge zu erfüllen.