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Lagerkennzahlen sind zentrale Steuerungsinstrumente für moderne Unternehmen im Bereich Logistik, Einkauf und Controlling. Sie ermöglichen die Präzisierung von Bestandsmanagement, Kostentransparenz und helfen, Unternehmensziele effizient zu erreichen. In Zeiten zunehmender Warenströme und komplexer Lieferketten wächst die Relevanz der präzisen Datennutzung im Lager exponentiell.

Unternehmen, die ihre Lagerkennzahlen aktiv auswerten und Maßnahmen daraus ableiten, verhindern sowohl Engpässe als auch unnötige Lagerkosten. Sie können vielmehr dynamisch auf Marktveränderungen reagieren. Ein modernes Lagercontrolling ohne umfassenden Einsatz von Kennzahlen ist heute kaum denkbar. Daraus resultieren neue Herausforderungen. Viele Betriebe nutzen die vorhandenen Datenquellen noch nicht konsequent.

Zur Lösung trägt ein tieferes Verständnis der wichtigsten Kennzahlen bei. Darauf basierend lassen sich Automatisierungen per Softwarelösung einbinden. Einen praxisnahen Ansatz hierzu bietet Timly.

Was sind Lagerkennzahlen und Lagerkennziffern? Definition & Unterschiede

Lagerkennzahlen und Lagerkennziffern geben präzise Auskunft über Strukturen und Abläufe im Lagerbetrieb. Grundsätzlich unterscheiden sich diese Begriffe wie folgt:

  • Lagerkennzahlen sind zahlenmäßige Auswertungen von Lagerprozessen wie Lagerbestand, Umschlag, Lagerdauer oder Kosten.
  • Lagerkennziffern beschreiben meistens Verhältniszahlen, also Quoten oder Indizes (z. B. Schwundquote, Servicegrad).

Beide dienen demselben Zweck. Sie bilden die Basis für Effizienzsteigerungen, Kostenoptimierung und professionelle Lagerplanung. Nur durch regelmäßige Erhebung und Interpretation der Kennzahlen im Lager können Unternehmen das Optimum aus ihrem Lagerbestand herausholen, Überbestände vermeiden oder Engpässe frühzeitig erkennen.

Warum sind Lagerkennzahlen so wichtig?

Unnötige Lagerhaltung verursacht Kosten und bindet Kapital. Optimale Abläufe erhöhen die Umschlagshäufigkeit und senken die Bindungskapitaldauer. Genaue Analysen tragen zur Kostenoptimierung bei. Sie „enttarnen“ Kostenfallen, wie etwa Leerlaufzeiten oder zu hohe Sicherheitsbestände. Eine bedarfsgerechte Steuerung von Materialflüssen basiert auf exakten Daten und daraus resultierenden Prognosen.

Lagerkennzahlen sind wichtige KPIs

Wichtige Lagerkennzahlen im Überblick

Die Bedeutung von Lagerkennzahlen wird leicht unterschätzt. Die Ermittlung ist wenig komplex, etwa wenn es darum geht, den durchschnittlichen Lagerbestand zu errechnen. Das permanente Monitoring hat dennoch eine hohe Aussagekraft. Kennzahlen lassen sich vergleichen und wichtige Rückschlüsse daraus ableiten. Im Folgenden werden die meistgenutzten und wichtigsten Kennziffern und Kennzahlen für das Lager- und Bestandsmanagement vorgestellt.

  • Lagerumschlagshäufigkeit: Zeigt, wie oft der Lagerbestand innerhalb eines Zeitraums umgesetzt wurde.
  • Durchschnittlicher Lagerbestand: Gibt das arithmetische Mittel des Lagerbestands innerhalb eines Zeitraums an.
  • Lagerdauer/Umschlagsdauer: Misst die durchschnittliche Verweildauer des Lagergutes und zeigt Potenzial für Beschleunigungen.
  • Lagerkostensatz: Setzt die Lagerkosten ins Verhältnis zum Wert der gelagerten Güter.
  • Mindestbestand: Legt die Anzahl der Artikel einer Warengruppe fest, die immer im Lager vorhanden sein müssen.
  • Meldebestand: Kennzeichnet den Wert, ab dem eine neue Bestellung ausgelöst werden sollte.
  • Sicherheitsbestand: Stellt einen Puffer dar, der zum Mindestbestand addiert wird und den Meldebestand bildet. Damit sollen Schwankungen in der Lieferzeit abgefangen werden.

Weitere zentrale Lagerkennziffern

Unterstützend gibt es weitere Kennziffern, die bei der Lagerverwaltung und Optimierung helfen. Dazu zählt die Lagerreichweite: Sie gibt an, für wie viele Tage der aktuelle Lagerbestand noch ausreicht. Dieser Wert ist hilfreich, wenn es darum geht, Mindestbestände und Puffer zum Abfangen von Lieferschwankungen festzulegen.

Die Bestandsgenauigkeit hingegen erfasst die Differenz zwischen dem Soll und Ist-Bestand. Bei einer buchmäßigen Erfassung besteht immer die Gefahr, dass es hier zu Abweichungen kommt. Daher ist es wichtig, diese periodisch zu überprüfen und eine statistische Abweichung zu berücksichtigen.

Von besonderer Wichtigkeit ist der Servicegrad. Dieser misst, wie oft Kundenwünsche und die Bedarfe der Produktion erfüllt wurden. Defizite in diesem Bereich haben in der Regel gravierende Auswirkungen, da Kundenzufriedenheit sowie Produktionssicherheit essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg sind.

Ein weiterer relevanter Punkt ist die Schwundquote. Sie gibt an, zu welchem Prozentsatz Warenbestände etwa durch Diebstahl, natürlichem Abgang oder Verderb aus dem Bestand fallen. Die regelmäßige Betrachtung hilft dabei, Schwachstellen zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Auch die Kommissionierungsleistung sollte bewertet werden. Die Effizienz eines Lagers muss sich daran messen lassen, wie schnell und präzise Waren bereitgestellt werden können. In diesem Bereich steht häufig die verwendete Technik im Fokus.

Moderne Lagerverwaltungssysteme beinhalten beispielsweise zeitsparende Modelle für die Platzierung von Waren, etwa nach Wichtigkeit oder mittels der scheinbar zufälligen „chaotischen“ Lagerhaltung.

Letztlich macht es die Vielfalt der unterschiedlichen Faktoren. Sie ermöglicht es, sämtliche Bereiche der Lagerwirtschaft datengestützt zu optimieren.

Lagerkennzahlen berechnen – Formelsammlung und Beispiele

Die nachfolgende Übersicht zeigt die bekanntesten Formeln der Lagerkennzahlen mit Beispielwerten, verständlich aufbereitet.

Kennzahl Formel Beispiel
Lagerumschlag Warenverbrauch / durchschn. Lagerbestand 1.000 / 200 = 5
Lagerdauer 360 / Lagerumschlag 360 / 5 = 72 Tage
Lagerkostensatz Lagerkosten / Warenwert * 100 12.000 / 100.000 * 100 = 12%
Mindestbestand Durchschn. Verbrauch pro Tag * durchschn. Lieferdauer 200 * 5 = 1.000
Sicherheitsbestand Durchschn. Verbrauch pro Tag * abzudeckende Schwankung in Tagen 200 * 2 = 400
Meldebestand Mindestbestand + Sicherheitsbestand 1.000 + 400 = 1.400

Die tatsächlichen Werte variieren je nach Branche und Unternehmensgröße. Um ein klares Bild der eigenen Lagerperformance zu erhalten, empfiehlt sich ein Benchmarking anhand branchenspezifischer Vergleichszahlen.

Für Mitarbeiter sind Lagerkennzahlen wichtige KPIs

Lagerkennziffern – Formeln in der Übersicht

Auch für die Lagerkennziffern stehen einfache Formeln zur Verfügung, die beispielsweise in einem PDF-Dokument verarbeitet werden können, um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen.

Lagerreichweite (in Tagen): Durchschnittlicher Bestand / täglicher Verbrauch

Bestandsgenauigkeit (%): (korrekte Bestandspositionen / geprüfte Bestandspositionen) * 100

Kommissionierungsleistung: Kommissionierte Positionen / Arbeitszeit

Servicegrad: erfüllte Bestellungen / Gesamtbestellungen * 100

Schwundquote: Schwundmenge / Gesamtmenge * 100

Lagerbewegungskennzahlen: die Effizienz im Fokus

Sogenannte Lagerbewegungskennzahlen messen speziell die Effizienz aller Vorgänge im Lager, wie Ein- und Auslagerungen, Umlagerungen oder Kommissionierungen. Diese Werte sind interessant, um die Effizienz von Prozessen objektiv zu messen.

Die Bewertung beginnt mit den Einlagerungen. Hier wird die Zahl der eingelagerten Positionen pro Zeitabschnitt, der verglichen werden soll, erhoben. Dem gegenüber stehen die Auslagerungen, bei denen die Zahl der ausgelagerten Positionen pro Zeitabschnitt gemessen wird.

Ebenfalls relevant ist die Kommissionierungsfehler-Quote. Hier kommt erneut eine Formel zur Anwendung.

Diese lautet: fehlerhafte Kommissionierung / Gesamtkommissionierung * 100.

Die genannten Kennzahlen sind unverzichtbar für das Logistik-Controlling, weil sie direkten Einfluss auf Lieferfähigkeit, Kostenstruktur und Kundenzufriedenheit haben.

Aufgaben & Ziele von Lagerkennzahlen

Der Einsatz von Kennzahlen im Lager verfolgt klare Ziele im operativen und strategischen Bestandsmanagement:

Optimierung von Lagerbeständen: Bestände auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen, um Kapitalbindung und Überbestände zu vermeiden.

Vermeidung von Engpässen: Frühzeitige Erkennung kritischer Lagerstände und rechtzeitiges Nachbestellen.

Kostenreduzierung: Transparenz über Lagerkosten, Identifikation von Einsparpotenzialen.

Verbesserung der Lieferzeiten: Höherer Servicegrad durch effektives Tracking der Bedarfe und pünktliche Versorgung.

Flexibilität: Rasches Reagieren auf Nachfragenschwankungen dank aktueller Kennzahlen.

Lagerkennzahlen einfach erklärt – Praxisbeispiele aus dem Alltag

Wenn ein Unternehmen die Umschlagshäufigkeit nicht misst und regelmäßig überwacht, können Bestände zu hoch angesetzt werden. Das bindet unnötig Kapital. Zudem entstehen Kosten durch die Lagerung und Verwaltung von Artikeln. Preisschwankungen sowie Lagerrisiken, etwa durch Diebstahl oder äußere Einwirkung, erschweren die Kalkulierbarkeit.

Ein zu geringer Bestand kann wiederum zu Lieferengpässen führen. Dies gefährdet unter Umständen Prozesse in der Produktion, wenn Materialien fehlen. Zudem kann die Lieferfähigkeit direkt oder indirekt beeinflusst werden. Dies zieht im ungünstigsten Fall Umsatzverluste und unzufriedene Kunden nach sich.

Eine geringe Bestandsgenauigkeit macht die Kennzahlen unzuverlässig. Kalkulierte Zahlen können vom Ist-Stand abweichen. Ursachen für Schwund, etwa durch Diebstahl, werden möglicherweise zu spät erkannt und mögliche Gegenmaßnahmen versäumt. Die laufende Messung der Schwundquote sorgt für Transparenz und bietet die Möglichkeit, zeitnah regulierend einzugreifen.

Effiziente Warenentnahme im Kommissionierungsprozess wirkt sich direkt auf Versandzeiten und Kundenzufriedenheit aus. Verzögerungen hingegen kosten wertvolle Arbeitszeit und dämpfen die Umschlagquote unnötig. Die ständige Messung der Kommissionierungsleistung zeigt Optimierungspotenziale zeitnah auf.

Lagerkennzahlen smart erfassen - mit Software

Lagerkennzahlen digital erfassen & analysieren – aber bitte smart

In vielen Unternehmen erfolgt das Sammeln und Auswerten von Lagerkennzahlen weiterhin manuell. Zur Berechnung kommen etwa Excel-Tabellen zum Einsatz, in die Werte manuell eingegeben werden müssen. Das ist anfällig für Fehler und skaliert bei wachsenden Datenmengen schlecht.

Eine ganzheitliche Inventarverwaltung wie Timly hingegen ist von Grund auf für das Bestandsmanagement optimiert. Dadurch ergeben sich entscheidende Vorteile für Unternehmen jeder Größe. So bietet Timly die Möglichkeit, sämtliche Bestände in Echtzeit zu tracken. Die zugrunde liegende Datenbank arbeitet cloudbasiert und ist dadurch von überall aus zugreifbar. Buchungen erfolgen ganz einfach per QR-Code und Barcode-Scanner in der App.

Alle Lagerkennzahlen können auf Basis von Echtzeit-Daten berechnet werden. Dies geschieht automatisiert und fehlerfrei.

Die mobile Erfassung via App ist an jeglichen Endgeräten möglich. Geeignet sind bereits einfache Smartphones, bei denen die Kamera zugleich als Barcode-Scanner fungiert. Zusätzliche Hardware ist nicht notwendig. Auch eine Integration von bestehenden ERP- und Buchhaltungssystemen lässt sich über bestehende Schnittstellen einfach umsetzen.

Interaktive Dashboards sorgen für Übersicht. Visuelle Auswertungen und Analyse von aktuellen sowie historischen Daten bieten eine wertvolle Datenbasis für strategische und administrative Entscheidungen aller Art.

Durch den gezielten Einsatz von Timly lassen sich Fehlerquellen minimieren, Zeit und Kosten sparen sowie wertvolle Ressourcen für die eigentliche Wertschöpfung freimachen.

Vorteile von Timly im Überblick

Timly sorgt für Transparenz: Profitieren Sie von jederzeit aktuellen Übersichten über Bestände und Kennzahlen. Mehr Automatisierung bedeutet weniger manuelle Arbeit bei der Datenerfassung und Auswertung. Dies schafft mehr Zeit für Ihr Kerngeschäft.

Timly ermöglicht eine proaktive Steuerung. Richten Sie Ihr Frühwarnsystem für drohende Materialengpässe oder Auffälligkeiten in der Lagerhaltung ein.

Timly überzeugt in der Praxis durch Nutzerfreundlichkeit. Die einfache Bedienung ist ohne IT-Kenntnisse problemlos möglich.

Ein weiterer von vielen Pluspunkten, die Timly bietet: Die Lösung wächst flexibel mit den Anforderungen im Unternehmen – ganz unabhängig von der Lagergröße.

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Effizientes Lager dank Kennzahlenermittlung & Digitalisierung

Lagerkennzahlen und Lagerkennziffern sind das Rückgrat der modernen Lagerwirtschaft. Nur wer die richtigen Kennzahlen regelmäßig erhebt, analysiert und daraus Handlungsempfehlungen ableitet, kann Lagerkosten senken, den Servicegrad verbessern und flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Mit den richtigen Formeln und der konsequenten digitalen Automatisierung – beispielsweise via Timly – werden Lagerkennzahlen zum echten Wettbewerbsvorteil.

Eine kontinuierliche Weiterbildung sowie Offenheit für innovative digitale Prozesse machen Unternehmen fit für die Zukunft. Damit stellen Sie sicher, dass Lager und Bestände zum Wachstumsmotor und Erfolgsfaktor werden.

FAQs: Häufige Fragen zu Lagerkennzahlen

Lagerkennzahlen sind quantitative Messgrößen, mit denen sich Leistungsfähigkeit und Effizienz eines Lagers beurteilen lassen. Zu den zentralen logistischen Kennzahlen zählen unter anderem die Lagerumschlagshäufigkeit, der durchschnittliche Lagerbestand, die Kapitalbindung, Lagerzinsen sowie die durchschnittliche Lagerdauer.

Lagerkennzahlen, auch als Lager-KPIs bezeichnet, sind messbare Kennwerte, die Aufschluss über die Leistungsfähigkeit und Effizienz eines Lagers geben. Sie fungieren als Steuerungsinstrument im Lagermanagement und unterstützen dabei, fundierte und datenbasierte Entscheidungen zu treffen.

Die zentralen Ziele beim Einsatz von Lagerkennzahlen sind die Steigerung der Effizienz, die Optimierung von Beständen, die Senkung von Kosten sowie die Verbesserung von Transparenz und Planbarkeit im Lager.

Die Lagerhaltung erfüllt fünf zentrale Funktionen:

  1. die Sicherungsfunktion zum Schutz vor Lieferengpässen
  2. die Bereitstellungs- bzw. Überbrückungsfunktion zum Ausgleich von Zeit- und Mengendifferenzen zwischen Produktion und Bedarf
  3. die Spekulationsfunktion zur Nutzung von Preisschwankungen
  4. die Veredelungsfunktion zur Reifung oder Qualitätsverbesserung von Gütern
  5. die Umformungs- bzw. Darbietungsfunktion, etwa durch Umpacken oder Sortimentsbildung.

In ihrer Gesamtheit tragen diese Funktionen maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Effizienz bei.